Historische Ernährung der Hunde

Datum: 14.12.2019

Kategorie:

Ansprechpartner: Dr. Karin Dohrmann

Standort:

Geschichten und Fakten zur Ernährung des Hundes

„Der Hund stammt doch vom Wolf ab!“, hört man immer wieder von heutigen Hundehaltern, die auf dieses Argument hin ihre Hunde vorwiegend mit Fleisch füttern.
Wie gültig ist diese Aussage? Welche Wirkung hat eine vorwiegend auf Proteinen aufbauende Ernährung?
Welche Informationen über die Hundeernährung sind aus der Geschichte überliefert und welchen Nutzen kann man daraus für die Gegenwart gewinnen?

Der Hund begleitet den Menschen seit fast 40.000 Jahren und hat sich als Kulturfolger vorwiegend von seinen Abfällen ernährt. Da sich Nomaden ganz anders ernähren als seßhafte Bauern, stellt sich die Frage, ob sich auch bei deren Hunden andere Nahrungsbedürfnisse entwickelt haben. Sind die Futteransprüche von Herdenschutzhunden, die seit Jahrhunderten vorwiegend mit Milchprodukten ernährt wurden mit denen eines Hofhundes, der mit der getreidelastigen Ernährung seines Bauern aufgewachsen ist oder eines Schlittenhundes, der seit Jahrtausenden bei den Inuit nur mit Fleisch ernährt wurde identisch?

Seit den Untersuchungen von Udo Gansloser und Sophie Strodtbeck ist bekannt, dass schon die Gene der Fellfarbe andere Stoffwechselbalancen erzeugen und daher rothaarige Hunde eine ganz andere Nahrungszusammenstellung benötigen als schwarzhaarige Hunde. Die neusten Forschungsergebnisse aus der Genetik belegen inzwischen, dass der Hund im Gegensatz zum Wolf Amylase aufschließen kann und machen deutlich, dass sich Hunde in der Begleitung des Menschen vom Fleisch- auch zum Getreide-Konsumenten entwickelt und genetisch angepasst haben.

Welchen Stellenwert hat das Getreide in der Ernährung der Hunde in der Historie und wozu brauchen unsere heutigen Hunde diesen Nahrungsbestandteil? Die Kulturhistoriker Dr. Karin Dohrmann macht sich auf die Suche nach Belegen für die Hundeernährung in der Vergangenheit und verbindet sie mit den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen aus der Gegenwart.

 

Termin:

  • 14. Dezember 2019 - 16.00 Uhr (Dauer 90 Min.)

Ort:

  • Seminarzentrum Hundemaxx München, Bodenseestraße 297, 81249 München

Teilnahmegebühr:

  • Pro Person 20 Euro

Seminarleiterin:

  • Dr. Karin Dohrmann

 

Dr. Karin Dohrmann ist promovierte Ägyptologin und hat mehrere Jahre im öffentlichen Kunstbetrieb gearbeitet. Nun lebt und arbeitet sie in Steinhöring bei München und bietet mit ihrem Internet-Portal ars canis Kunst und Kultur rund um den Hund an.

Neben Kulturwanderungen und Reisen für Mensch und Hund hat sie als Autorin mehrere Artikel zur Entwicklungs- und Kunstgeschichte der Hunde geschrieben. Der Hund in der Kunst ist einer ihrer Schwerpunkte, den sie auch in unterschiedlichsten Vorträgen, Seminare und Führungen mit Leidenschaft den Hörern vermittelt. Ihr Motto ist: „Aus der Geschichte lernen“ und so verbindet sie in ihren Vorträgen häufig historische Quellen mit neusten Forschungsergebnissen. Die Bedeutung von Ernährung in unterschiedlichen Alters- und AktivitätsPhasen gerät mehr und mehr in ihren Fokus.

Mehr Informationen erhalten sie unter www.ars-canis.de